Was macht die Startups- und Gründerszene in Südafrika? Teil 1 – Johannesburg

Südafrika ist ein faszinierendes Land mit einer reichen Geschichte. Knapp 55 Millionen Einwohner hat der südlichste Staat Afrikas, der zugleich mit einem BIP von 294,8 Mrd. US-$ der Wirtschaftsmotor in subsahara – Afrika ist. Nur Nigeria und Ägypten haben ein höheres BIP in Afrika.

So wundert es auch nicht, dass sich in Südafrika eine lebendige Startup- und Gründerszene entwickelt. Relevant sind hierfür zwei Städte: Johannesburg und Kapstadt. Während in Johannesburg das wirtschaftliche Zentrum Südafrikas mit zahllosen internationalen Unternehmen ist, zeichnet sich Kapstadt durch einen lockeren und europäischeren Lebensstil aus und wird eher als Kreativzentrum wahrgenommen. Doch diese Wahrnehmungen sind ebenso belastbar, wie die Vergleiche zwischen Frankfurt und Berlin.

 

In Johannesburg leben rund 4,5 Millionen Menschen und in der Provinz Gauteng 12,27 Millionen Einwohner. Viele Jahre waren Goldminen der treibende Wirtschaftsmotor. Der Goldabbau hat Johannesburg bekannt und groß gemacht und weitere Industrie angezogen.

Johannesburg: Von der Goldstadt zum wirtschaftlichen Zentrums Südafrikas

Mittlerweile hat sich in Johannesburg eine rege Dienstleistungs- und Finanzszene entwickelt und auch für die Kreativwirtschaft hat sich einiges getan. In der Innenstadt entwickelte sich seit 2014 der Stadtteil Maboneng zu einem Kreativ- und Ausgehviertel. Hier trifft man einige Gründer und Startups. Arbeiten kann man hier an einem kollaborativen Arbeitsplatz, dem „The Open“.

Da die Stadt extrem weitläufig ist, gibt es auch in den Stadtteilen CoWorking Angebote. Bekannt und seit längerem etabliert ist das Basecamp im Stadtteil Linden. Von der Innenstadt liegt es gut 15 Minuten entfernt und bietet alles, was Gründer und StartUps brauchen: Schnelles Internet, Besprechungsräume, eine Küche und eine rege CoWorking-Gemeinschaft.

Township-Gründer unterstützen

Insgesamt ist die Gründer- und Startup Szene in Johannesburg noch recht heterogen. Deswegen sind Strukturen bislang kaum wahrnehmbar. Natürlich gibt es einige interessante Twitter-Accounts, denen es lohnt zu folgen. Hierzu zählen zum Beispiel JoziHub, StartupGrind Joburg, oder Ntsiki Mkhize.

Ntsiki Mkhize und Andreas in Johannesburg

Ntsiki ist selbst Gründerin und hat ein wesentliches Problem Südafrikas erkannt. In den vielen Townships gibt es zahllose Talente mit großartigen Ideen. Ideen, die wirkliche Probleme lösen. Eine dieser Gründungen ist von Ludwick Marishane. Der junge Student hat als Oberstufenschüler eine Möglichkeit erfunden, ohne Wasser zu duschen. In der Provinz Limpopo hat er am Smartphone einen Businessplan geschrieben und Investoren gesucht. Er ist mit DryBath ein positives Beispiel für das, was Ntsiki als Problem erkannt hat und löst.

 

Wirkliche Probleme lösen

Was er und andere Gründer oder Startups erfinden, geht weit über die siebenunddreißigste Dating, Sport oder Party-App hinaus. Dort wo eine durchgängige Wasser- oder Stromversorgung ebenso wenig selbstverständlich sind, wie schnelles Internet, geht es darum Probleme der Grundbedürfnisse zu lösen. Doch Ntsiki hat festgestellt, dass oft das Know-How und die Struktur kaum reichen, um die Idee über das Township hinaus zu skalieren und groß zu machen. Darum kümmert sie sich. Sie gibt Seminare und unterstützt Gründer dabei ihre Ideen groß zu machen. „Oft fehlt das Bewusstsein dafür, dass es auch in anderen Teilen des Landes oder Afrikas ein Markt für die Produkte gibt. Das ist oft sehr schade, denn hier geht Potential verloren“, sagt Ntsiki. Damit Gründer Zugang zu Wissen haben, gibt es die Plattform My big StartUp. Hier erklärt sie mit anderen Know-How Trägern in kurzen Videos Gründern und Startups, welche Skills sie für weiteres Wachstum brauchen. Durch verschiedene Video-Tutorials erfahren Startups, alles, was sie wissen müssen.

 

In unserem nächsten Artikel stellen wir Euch Brent Spilkin vor, der sich in Johannesburg mit einem Mini-MBA für Gründer engagiert. Die Englische Version dieses Artikels findet Ihr hier.

 

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